Um den freien Fluss des Qi wieder herzustellen, bedient sich die TCM u.a. der Nadelung von Akupunkturpunkten. Diese Punkte liegen auf einem System von Leitbahnen oder Meridianen am Körper und werden je nach Diagnose mit üblicherweise 2 bis 15 Nadeln behandelt. Die Nadelung wird selten als schmerzhaft, die Sofortwirkung oft sogar als wohltuend empfunden. Die Nadeln sind sehr dünn (0,2 mm) und verweilen meist zwischen 20 und 30 Minuten, seltener auch bis zu 1 Stunde in den Punkten.
Moxibustion
Liegt ein Energiemangel vor, hat sich Kälte im Körper festgesetzt oder treten bestimmte Beschwerden im Winter auf, kann man die Akupunkturpunkte oder ganze Areale auch mit erhitztem Beifußkraut erwärmen. Dabei werden kleine Kegel des Moxakrautes oder Moxazigarren angezündet und mit Isolation auf oder in die Nähe der Punkte gebracht. Dies wird meist als sehr angenehm empfunden.
Diagnostik
Zu seiner Diagnose kommt der TCM-Therapeut durch eine ausgiebige Befragung des Patienten, durch Beobachtung seiner Lebensäußerungen und seines körperliches Erscheinungsbildes und natürlich durch Tastung der Krankheitserscheinungen. Weiterhin gibt es in der TCM noch die sogenannte Zungendiagnose. Dabei wird die Zunge hinsichtlich ihrer Form, Konsistenz, Farbe und ihres Belages begutachtet. Aus diesem Erscheinungsbild werden dann Rückschlüsse auf die Funktionen der inneren Organe und des Stoffwechsels gezogen.
Eine andere sehr wichtige Diagnoseform ist das ertasten der Pulse an den beiden Handgelenken. Es werden an jeweils 3 Stellen, also zusammen 6 Pulsstellen qualitativ ertastet. Die Beschaffenheit der Pulse sagt wiederum etwas über die Funktionen oder den Zustand der inneren Organe bzw. Funktionskreise aus.
Die 5 Wandlungsphasen
[bekannt unter dem Namen 5 Elemente]
Außer dem Konzept von Yin und Yang und der Lebensenergie Qi, ist das System der 5 Wandlungsphasen grundlegend in der TCM. Es handelt sich hierbei um ein energetisches Entsprechungssystem, das aus genauer Kenntnis und Beobachtung der Natur hergeleitet wurde. Am besten lässt sich dies anhand eines Beispieles demonstrieren. Dem Element HOLZ werden der Frühling mit seiner aufsteigenden Energie (die Bäume schlagen aus!), die grüne Farbe und im körperliches Bereich der Funktionsbereich von Leber und Galle, sowie die Augen und die Muskulatur zugeordnet. Ist nun die Energie des Holzes bei einem entsprechend anfälligen Menschen in Fülle, so kann sie aufsteigen und außer einem roten Kopf und geröteten Augen, auch Muskelverspannungen und Wutanfälle auslösen. Die Anfälligkeit des Patienten kann man oft schon an einem leicht grünlichen Teint erkennen. Um die aufgestiegene Energie wieder abzusenken, womit dann auch das Gemüt wieder beruhigt wird, kann man dafür zuständige Akupunkturpunkte stechen. Im Vorfeld kann die Chinesische Diätetik (Ernährungslehre) schon abmildernd eingesetzt werden.
